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ag-drogen - [AG-Drogen] Nato erlaubt Afghanen ihr Opium - Die USA wollten sogar Opium aufkaufen.

ag-drogen AT lists.piratenpartei.de

Betreff: Mailingliste der AG Drogen- und Suchtpolitik

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[AG-Drogen] Nato erlaubt Afghanen ihr Opium - Die USA wollten sogar Opium aufkaufen.


Chronologisch Thread 
  • From: Maximilian Plenert <kontakt AT max-plenert.de>
  • To: Fachforum Drogen der GRÜNEN JUGEND <liste-ff-drogen AT gruene-jugend.de>, BND Diskussionsliste <bnd-debatte AT bndrogenpolitik.de>, linke-drogenpolitik AT yahoogroups.de, Liste: AG_Drogen <ag-drogen AT lists.piratenpartei.de>, vfdintern AT yahoogroups.de
  • Subject: [AG-Drogen] Nato erlaubt Afghanen ihr Opium - Die USA wollten sogar Opium aufkaufen.
  • Date: Thu, 25 Mar 2010 09:42:33 +0100
  • List-archive: <https://service.piratenpartei.de/pipermail/ag-drogen>
  • List-id: "Liste: AG_Drogen" <ag-drogen.lists.piratenpartei.de>

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Nato erlaubt Afghanen ihr Opium
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/547934/index.do?_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/index.do
22.03.2010 | 13:47 | (DiePresse.com)

Das westliche Militärbündnis bemüht sich verstärkt um die Sympathien der
afghanischen Bevölkerung. Mohnfelder werden neulich von den Nato-Soldaten
verschont. Die USA wollten sogar Opium aufkaufen.

Die von der Nato geführte Internationale Schutztruppe für Afghanistan geht im
Kampf gegen die Taliban neue Wege. Die für die afghanische Bevölkerung
lebensnotwendige Opiumproduktion wird vom westlichen Militärbündnis geduldet.
Anders als bisher üblich wurde etwa in der von den Taliban zuletzt
zurückeroberten Marja-Region die dortige Mohnernte bisher nicht zerstört. Es
sei
sogar überlegt worden, dass die USA den Opiumrohstoff aufkaufen, berichtet die
"New York Times".

Seit dem Sturz der Taliban im Gefolge der Anschläge vom 11. September 2001 war
es ein fixer Bestandteil der US-Politik, den Mohnanbau rigide zu bekämpfen.
Jahrelang rang Washington mit den afghanischen Behörden, damit diese ihren
Widerstand gegen die Zerstörung der Mohnernte aufgeben - und nun ist es genau
umgekehrt: In Marja, so beschloss General Stanley McChrystal, werden die
US-Truppen keine Mohnfelder zerstören.
Nato will sich beliebt machen

Bis zu siebzig Prozent der Bevölkerung in Marja leben hauptsächlich vom Mohn.
"Wir zertrampeln nicht die Lebensgrundlage jener, die wir für uns gewinnen
wollen", sagte einer der Berater McChrystals gegenüber der "NYT".

Selbst die Anti-Drogen-Behörde der UNO (UNODC) findet das richtig, auch wenn
sie
den offensichtlichen Widerspruch eingesteht. In diesem speziellen Fall sei es
sinnvoll, die Ernte nicht zu zerstören, betonte die UNODC.
Taliban werden mitfinanziert

Die afghanischen Behörden dagegen verweisen darauf, dass zehn Prozent des
Erlöses aus dem Mohnverkauf an die Taliban gehen. Die USA würden damit ihren
Feind finanziell unterstützen, "damit er sich umdrehen kann und sie töten
kann",
so der Sprecher des afghanischen Anti-Drogen-Ministeriums, Zulmai Afzali,
gegenüber der "NYT".

Im Kern geht es demnach um eine Streitfrage: Ist das viele Opium schuld an der
schlechten Sicherheitslage in Marja, oder ist es doch umgekehrt? Nach Jahren,
in
denen das Opium als der Schuldige galt, sind US-Militär und
UNO-Anti-Drogen-Behörde nun überzeugt, dass der Opiumanbau in erster Linie
eine
Folge schlechter Sicherheitsverhältnisse ist.

Kein anderes landwirtschaftliches Produkt könne in einer unsicheren Gegend mit
Opium mithalten, sagte Jean-Luc Lemahieu, der Vertreter der UNODC in
Afghanistan.

Laut "NYT" überlegte McChrystal sogar, die Opiumernte in Marja aufzukaufen und
dann zu zerstören. Befürchtet wurde jedoch, dass das den Opiumanbau erst recht
anfeuern könnte - ganz abgesehen von dem rechtlichen Prolem, dass sich dadurch
die US-Truppen zu Unterstützern des Drogenanbaus machen könnten.

Afghanistan produziert derzeit neunzig Prozent des weltweit verfügbaren
Opiums.
Allein die Provinz Helmand, in der Marja liegt, produziert mehr als die Hälfte
davon. Fast 1,5 Millionen Afghanen leben vom Mohnanbau, zugleich ist es eine
der
wichtigsten Finanzierungsquellen der Taliban. Denn die Opiumbauern selbst
werden
nicht reich, da die Ernte sehr arbeitsintensiv ist und zudem zehn Prozent des
Profits an die Taliban abgeliefert werden müssen.
Billige Mohnpreise

Befürworter der neuen Strategie, die Opiumfelder nicht umzuackern, verweisen
laut "NYT" auf den derzeit historisch niedrigen Opiumprreis, der eine direkte
Folge der Überproduktion der letzten Jahre ist. Verdienten Bauern früher bis
zu
37-mal mehr mit Mohn als mit Weizen, so ist das Gewinnverhältnis derzeit auf
rund 3:1 geschrumpft.

Lemahieu und McChrystal sehen darin eine gute Gelegenheit, die afghanischen
Bauern zu einem Umstieg zu bewegen. Zusätzlich lockt das Versprechen, Schulen
und Krankenhäuser aufzubauen. Für eine endgültige Entscheidung bleibt
jedenfalls
nur noch wenig Zeit: Zwei Drittel der Mohnfelder in Marja stehen bereits in
voller Blüte.

(Ag./Red.)
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  • [AG-Drogen] Nato erlaubt Afghanen ihr Opium - Die USA wollten sogar Opium aufkaufen., Maximilian Plenert, 25.03.2010

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